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Infinite Scroll – Google gibt Empfehlungen für die SEO-freundliche Umsetzung

11. März 2014 | AutorIn:gernot_schimek

Das Infinite Scroll-Design erfreut sich bei Webdesignern großer Beliebtheit. Kaum verwunderlich, schließlich sieht es nicht nur schick aus, sondern bietet auch einige wesentliche Vorteile:

  • Das ständige Nachladen von Items beim Scrolling nach unten kommt dem natürlichen Leseverhalten sehr nahe und spricht User an
  • Zusätzliche Elemente sind ohne Klicks verfügbar, wodurch eine mögliche Barriere für den User eliminiert wird. Auf mobilen Geräten verbessert sich dadurch die Usability wesentlich.
  • Jeder User ist in der Lage intuitiv die Seite richtig zu bedienen, denn das Rollen des Mausrades, die Bedingung der Scrollingleiste oder das „Wischen“ auf mobilen Geräten haben die meisten Menschen bei der Interaktion zwischen Mensch und Maschine verinnerlicht.

Aber natürlich hat diese Methode auch ihre Tücken, besonders aus SEO-Sicht. Denn auch wenn für den User eine einzige Seite – und damit auch nur eine URL – durchaus ausreichend ist, für ein erfolgreiches Ranking ist dieser Umstand eher hinderlich. Denn eine Seite heißt oft: Nur eine einzige Ranking Chance pro Suchanfrage. Noch wichtiger als die Anzahl der ausgewiesenen Seiten ist jedoch der Aspekt der Auslesbarkeit. Da Infinite Scroll das Nachladen von Elementen durch Javascript auslöst und Google in der Regel Javascript nicht ausführt oder Userverhalten auf diesen Niveau emuliert, sind viele Inhalte vor den Suchmaschinen „versteckt“.

Um auch bei der organischen Suche mit Infinite Scroll Erfolg zu haben, ist es daher unerlässlich, einige zusätzliche Schritte zu befolgen. Mitte Februar hat dazu Google in einem Beitrag im Webmaster Central Blog eindeutige Empfehlungen ausgesprochen, mit denen das notwendige Fundament für ein erfolgreiches Ranking geschaffen werden kann.
Die Grundidee: Die Inhalte der Infinite Scroll Seite werden auf einzelne Seiten verteilt, welche bei deaktivierten Javascript den Zugang zu den einzelnen Elementen ermöglichen. Die einzelnen Seiten sollten vollwertige URLs besitzen (Indexnummern als Parameter sind möglich, z.B. fun-items?page=3) und durch den Einsatz von rel=prev /rel=next im-Bereich der Seiten verkettet werden

Schematische des suchmaschinenfreundlichen Aufbaus

Schematische Darstellung des suchmaschinenfreundlichen Aufbaus (Quelle: Google Webmaster Central)

Bei der Gruppierung der einzelnen Elemente (Einträge, Blogartikel, usw.) auf spezifische Unterseiten sollte man auf einige Dinge achten:
Die Seiten sollten inhaltlich konsistent bleiben und sich nicht überschneiden, um Duplicate Content zu vermeiden. Eine im diesem Sinne mögliche Gruppierung wäre z.B. Elemente 1- 6 auf der ersten Seite, Elemente 7 – 12 auf der zweiten Seite, usw. zu platzieren und diese Zuordnung beizubehalten. Daher sollte man auch von der Verwendung von Parametern auf Zeitbasis oder anderen nicht-eindeutigen Werten Abstand nehmen. Wie viele Elemente man pro Seite darstellt, ist aber letztendlich eine Frage der Darstellbarkeit (ein User der direkt auf die Seite kommt, sollte schnell finden was er sucht). Zudem sollte auf sinnvolle Ladezeiten geachtet werden.

Elemente sollten nur auf einer Seite vorhanden sein!

Elemente sollten nur auf einer Seite vorhanden sein! (Quelle: Google Webmaster Central)

Zusätzlich wird die Verwendung der pushState-Methode empfohlen. Dadurch wird in den Browsern die URL in der Adressleiste beim Scrolling nach unten entsprechend aktualisiert ohne dabei einen Reload zu erzeugen (sehr schön sichtbar in diesem Beispiel für Infinite Scrolling).

Durch diese einfachen Schritte bleibt die Usability von Infinite Scroll vollständig erhalten, bei einer gleichzeitigen Gewährleistung der Crawlbarkeit durch Google und andere Suchmaschinen. Anhand des Beispiels von Infinite Scroll zeigt sich deutlich, dass SEO-Fragen schon frühzeitig bei der Umsetzung neuer Webdesigns berücksichtigt werden sollten, um negative Überraschungen zu vermeiden.

Gernot Schimek

Gernot Schimek kümmert sich bei Aviseo um SEO und alle Themen rund um die organische Google-Suche. Eigentlich gebürtiger Wiener, hat ihn das Leben nach seinem Studium nach Oberösterreich, und schließlich zu Aviseo geführt. In seiner Freizeit widmet er sich dem Bergsteigen, der Musik (Post-Punk/NewWave) und dem Papierfalten (Origami).

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