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JAKO’s Überreaktion

3. September 2009 | AutorIn:martin_zelewitz

JAKO, der seit 10 Jahren existierende deutsche Hersteller von Teamsportbekleidung bekommt zur Zeit mehr Beachtung von Bloggern und Social Media Fans geschenkt, als es JAKOs PR-Abteilung lieb ist.

Zuviel Beachtung im Internet? Ist das möglich? In diesem Fall schon. JAKO hatte vor kurzem den Blogger “Trainer Baade” abgemahnt, der über das neue Firmenlogo berichtete und dabei scheinbar nicht ganz das widerspiegelte, was sich die Firma erhoffte. Baade hat bereits den Artikel entfernt und eine Unterlassungserklärung unterschrieben. Trotzdem soll er nun 5100 Euro an JAKO zahlen, um den durch ihn verursachten schlechten Ruf wieder gutzumachen.

Derartige Aktionen rufen aber schnell weitere Blogger auf den Plan. JAKO hat es zwar geschafft den original Artikel von Baade entfernen zu lassen (der letztendlich nur ca. 400 mal gelesen wurde), hat es nun aber mit hunderten von neuen Blogeinträgen und Tweets zu tun, die das Thema auffassen und starke Verbreitung im Internet finden. Diese Art von ungewollter, gesteigerter Wiederkehr einer gewaltsam aus dem Internet entfernter Information nennt man Streisand Effekt. Das beste dabei: Die negativen Schlagzeilen über JAKO erreichen nun auch viele Leute, die zuvor noch nie von der Firma gehört haben und denen es auch ziemlich egal gewesen wäre was ein Blogger über deren Logo denkt. So stellt sich doch bestimmt jede Firma den ersten Kontakt der Bevölkerung mit der Marke vor.

JAKO’s PR Abteilung steht jetzt vor einem ernsthaften Problem. Weitere Abmahnungen sind in dieser Situation nicht mehr möglich. Der nächste logische Schritt wäre eine öffentliche Stellungnahme zu der Situation und eine friedliche Einigung mit dem betroffenen Blogger. Soweit sollte man es aber gar nicht kommen lassen, denn von denen die jetzt von dem Fall gehört haben, wird nur ein Bruchteil die Situation weiterverfolgen. Alle anderen werden JAKO als bloggerfeindliche Firma im Kopf behalten.

Update: Soeben auf netzpolitik.org gelesen, hat JAKO eine Pressemitteilung abgegeben.

“Wir haben ganz offensichtlich überreagiert“, erklärt Rudi Sprügel,Vorstandsvorsitzender der JAKO AG, und schafft damit alle Voraussetzungen,um die vor allem im Internet geführte Auseinandersetzung um sein Unternehmen schnell zu beenden.

Anscheinend wurde es dem Unternehmen dann doch etwas zu heftig diskutiert.

Um derartige Probleme von Anfang an unter Kontrolle zu haben und im Notfall geschickt zu handeln gibt es ORM (Online Reputation Management). ORM ist im deutschsprachigen Raum noch nicht sehr verbreitet, wird aber zunehmend wichtiger, wie man am JAKO Fall sehen kann. Sowohl große wie auch kleine Unternehmen sollten sich also mit dem Thema rechtzeitig vertraut machen. Wer ORM korrekt einsetzt, kann damit nicht nur Schaden vermeiden, sondern auch den Umsatz deutlich steigern!

Martin Zelewitz

Martin ist spezialisiert auf SEO & Google AdWords. Bevor er die Aviseo GmbH gründete, war Martin Change Manager bei der AOK Hessen und Niederlassungsleiter Deutschland der Bene Consulting GmbH. Als Betriebswirt legt Martin Wert auf saubere Prozesse und ein sinnvolles Kosten-Nutzen-Verhältnis. Martin ist Certified Project Manager nach ipma und hält regelmäßig Vorträge, z.B. an der FH Salzburg, der werbeplanung.at-Academy oder dem Digital Brand-Manager Lehrgang. Martin ist glücklich verheiratet und hat eine Tochter. Ausführliche Informationen unter www.aviseo.at/martin-zelewitz

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